Das neue Album „Duende“ von Jesús & Plank
Von Carolin Oesterreich
Der spanische Dichter Federico García Lorca suchte nach einem Wort für jene Momente, in denen Musikmehristalsein Konzept und Regelwerk. „Duende“ beschreibt diese Situation, in der man von der Schaffenskraft überwältigt wird und sich ganz dem Augenblick hingibt.
Das gleichnamige Album des Duos Jesús & Plank erlaubt dem Hörer, ganz in die Musikeinzutauchen und Duende mitzuerleben. Bei der Aufnahme handelt es sich um einen Live-Mitschnitt eines Konzert- abends im Jazzhaus Heidelberg: Man spürt den Raum, man hört das Publikum und damit auch die besondere Nähe, die dieser atmosphärische Gewölbekeller ermöglicht.
Jesús Hernández sitzt am Klavier und wechselt dabei von einem zarten, ruhigen Spiel zu dichteren, energischen Passagen. Der in Heidelberg lebende Gitarrist Heiko Plank fügt mit seinem selbst- entwickelten elektroakustischen Instrument, gennant Plank, eine zweite Klangschicht hinzu, die von akustischer Tiefe und Resonanz geprägt ist. Dabei wirkt der Sound wie eine Mischung aus Saiten- klang und elektronischer Färbung, teils warm und reich an Resonanzen, teils leicht irisierend. Insgesamt entsteht ein offenes Zusammenspiel ohne starres Schema, beidem sich die Musik im Laufe des Spiels magisch verändert. Mal schimmert Jazz durch, dann zeitgenössische Improvisation, dann wieder kammermusikalische Nuancen.
Die Musiker selbst beschreiben ihre Stücke als „Europäische Fusionmusik voller Leben und Spontanität“. Um den Moment des Duende selbst zu erleben, gibt es zwei Wege: Wer spüren will, wie zwei Interpreten und ein wacher Saal voller Publikum dasselbe empfinden, erlebt das anhand dieses Mitschnitts. Und wer solche Augenblicke live erleben möchte, ist im Jazzhaus Heidelberg richtig. Dort bekommen Künstlerinnen und Künstler regelmäßig Raum für Kreativität, Risiko und Improvisation. Erhältlich ist das Album entweder auf der Website Planks oder direkt im Jazzhaus.

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